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M97: Olli, wie bist Du eigentlich darauf gekommen, ausgerechnet im Alpenverein eine MTB-Community zu gründen? 1997 waren die doch bestimmt nicht scharf auf die verrückten Mountainbiker.
Oliver Bauer: Das kann man durchaus so sagen. Ich bin damals aus den USA zurückgekommen und war auf der Suche nach Leuten, die - wie ich - auch Mountainbiken. Ich fand so eine Community einfach cool. Und der DAV war, ich sag mal, passend und von allen am wenigsten abgeneigt. Die haben sich meine Ideen zumindest angehört.
M97 :1997? Da muss es doch immense Schwierigkeiten gegeben haben?
Oliver Bauer :Damals gab es noch einen Riesenkonflikt zwischen Wanderern und Mountainbikern. Schon allein, wie die dahergekommen sind mit ihrem am besten noch neongelben Outfit, das war schon sinnbildlich.. Aber wenn man das kanalisiert, habe ich mir gedacht, die Leute mittels Technikkursen regelrecht erzieht - aber das darf man so ja fast nicht sagen - also, wenn man das Ganze in vernünftige Bahnen lenkt, kann sich durchaus etwas zum Nutzen aller entwickeln. Dachte ich mir. Schließlich hat keiner die Alpen für sich alleine gepachtet.
M97: Und das ist beim DAV angekommen?
Oliver Bauer: Vor allem der Lehrauftrag hat dem Alpenverein gefallen. Sie haben mich jedenfalls gewähren lassen, obwohl es bei der offiziellen Vorstellung des Programms vor dem DAV-Vorstand, den Zwischenruf, "Mountainbiker sind unsere Feinde", gegeben hat.
M97: "Feinde" sind sie heute, Gott sei Dank, nicht mehr. Das Verhältnis zwischen Wanderern und Bergradlern hat sich deutlich entspannt ...
Oliver Bauer: Ich allein habe über 500 Leute ausgebildet. In unserem Lehrplan steht nicht nur das fahrtechnische Können im Vordergrund, sondern auch der Umweltschutz. Dass man eben nicht mit blockierenden Bremsen über die Trails heizt, weil man dann einen längeren Bremsweg hat. Dazu gehören auch ein paar andere Dinge, zum Beispiel sich einem Wanderer langsam zu nähern und im Vorbeirollen Grüß Gott zu sagen. Vielleicht ergibt sich sogar ein kurzes Gespräch daraus. Das wirkt wahre Wunder und der Mountainbiker verliert damit seinen Schrecken.
M97: Mittlerweile gibt es an fast 400 registrierte M97-Mitglieder. Den Newsletter bekommen über 1000 - M97 scheint auf richtigen Weg zu sein.
Oliver Bauer: Es war ein mühsamer, manchmal auch frustrierender Weg dorthin. Allein, wenn ich an die ersten After-Work-Biketreffs 1998 denke, bei denen vielleicht ein oder zwei dagestanden haben. Ganz am Anfang habe ich Leute auf der Tour und sogar auf der "Strasse" angesprochen, Anzeigen in Zeitschriften und Zeitungen geschaltet. In Alpinwelt hat einmal ein Artikel gestanden. Marion Traub ist so zum Beispiel zu uns gekommen. Sie war die "Nummer" fünf. Später sind immer mehr zum Get-together gekommen. Ich kann mich erinnern, dass der Kriechbaumhof, wo wir uns früher immer getroffen haben, im Sommer 2000 fast geplatzt ist, so viele waren da. Kurz danach sind wir ins Alpine Museum umgezogen.
M97: Zum Schluss noch eine Frage, wie bist Du eigentlich ausgerechnet auf "M97" als Gruppenbezeichnung gekommen?
Oliver Bauer: Das war eine lustige Geschichte. Ich war als Unternehmensberater bei Philip Morris hier in München und die hatten eine Zigarettenmarke aus dem Osten namens "F6". Filterzigarette Modell Nummer sechs. Diese Schlichtheit hat mich fasziniert. Deshalb M97, Mountainbiken 1997.
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